Dreimal Rosenkohl


Ja – die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn: Rosenkohl. Wenn man ihn von Muttern nur totgekocht kennt, kräftig bitter und fad, dann kann ich verstehen, warum man den Rosenkohl nicht mehr auf dem Speiseplan braucht. Aber es gibt noch andere Zubereitungsarten, die dem Wintergemüse gerecht werden. Ich kombiniere daher drei Zubereitungen: einmal mit Kartoffeln in Gemüsefond gekocht, püriert und mit Hanföl abgeschmeckt, einmal werden ein paar Röschen ganz gelassen (allerdings nur das feine, hellgrüne Innere) und einmal werden die äußeren, dunkelgrünen Blättchen kurz heiß in der Pfanne angebraten. Am Ende kommt eine frisch gemahlene Pfeffermischung drüber – die pfeffrige Schärfe passt wunderbar zu dem leicht Bitteren des Rosenkohls! Ich benutze die 9-Pfeffer Symphonie von Ankerkraut, die aus neun Pfeffersorten besteht, die super harmonieren: schwarzer, grüner und weißer Pfeffer, rosa Pfefferbeeren, Langpfeffer, Kubebenpfeffer, Tellicherry-Pfeffer, Piment, Szechuanpfeffer, roter Kampott und schwarzer Kampott. Müsst ihr unbedingt mal probieren. Funfact: so sehr bitter ist der Rosenkohl heute übrigens gar nicht mehr, denn seit den 1990ern wurde der Stoff, der für den bitteren Ton verantwortlich ist, weggezüchtet. Kulinarisch geht der Anbau des Rosenkohls bis ins Jahr 1587 zurück, bekannt als „Brüsseler Sprossen“, weshalb er heute noch in Frankreich Choux de Bruxelles und in England Brussels sprouts genannt wird. Rosenkohl wird als Wintergemüse bezeichnet, da er zur kalten, frostigen Jahreszeit im Freiland gedeihen kann. Gerne wächst der Kreuzblütler in der Nähe von Kartoffeln, Sellerie und Rote Bete. Haupterntezeit ist November und Dezember. In diesen Monaten kann man seine gesunden Inhaltsstoffe auch gut gebrauchen, so enthält das Gemüse reichlich Mineral- und Ballaststoffe, sowie Vitamin A, B und C. Hübsch angerichtet macht er auf dem Teller auch keine schlechte Figur:

Dreimal Rosenkohl

Zutaten für 4 Personen

30-40 Rosenkohlsprossen

1 mittelgroße Kartoffel

250ml Gemüsefond

100ml Sahne

9-Pfeffer-Symphonie (Ankerkraut) oder Pfeffer nach Wahl

Meersalz, Butter, Olivenöl, Hanföl

Zubereitung

Die Rosenkohlsprossen waschen. Vom Strunk etwas abschneiden und die äußeren, dunkleren Blätter ablösen. Das hellgrüne Innere jeweils ganz lassen. Die Kartoffel schälen und in kleine Würfelchen schneiden. Den Gemüsefond in einem Topf zum Köcheln bringen und die Kartoffelwürfel weich garen. Dann in dem selben Topf die hellgrünen Rosenkohlsprossen bissfest garen: nicht zu weich kochen – sie sollen nicht auseinanderfallen, aber püriert werden können. Ein paar der gegarten Sprossen aus dem Fond nehmen, beiseite legen und warmhalten. Kartoffelwürfel und Rest der gegarten Sprossen mit einer Schöpfkelle herausheben und in ein hohes Mixgefäß geben (Fond nicht wegkippen). Sahne und 1/2 EL Butter dazugeben und mixen. Dabei nach und nach Fond dazugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Leicht salzen und mit etwas Hanföl abschmecken. Püree warmhalten. Die abgelösten äußeren Blätter in einer breiten Pfanne in Olivenöl heiß anbraten, so dass sie leicht bräunen und Röstaromen entwickeln. Leicht salzen. Püree in tiefe Teller geben, Sprossen und gebratene Blätter auflegen und mit der Pfeffermischung bestreuen.

Guten Appetit!

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